Die Grünen Baden stehen Diskussionen über Gemeindefusionen grundsätzlich offen gegenüber. Die erfolgreiche Fusion von Baden und Turgi hat gezeigt, dass Zusammenschlüsse Chancen bieten können, zum Beispiel für eine koordinierte Entwicklung, professionellere Strukturen und eine stärkere regionale Zusammenarbeit. Gleichzeitig wurden aber auch Herausforderungen sichtbar. Die Frage, wie sich Turgi als neuer Stadtteil innerhalb einer grösseren Stadt entwickelt, beschäftigt viele Menschen weiterhin.

Gerade im Raum Baden/Wettingen zeigt sich seit langem, dass die Herausforderungen unserer Zeit – insbesondere bei Verkehr, Raumplanung, Klima, Energie oder sozialer Infrastruktur – nicht an Gemeindegrenzen haltmachen. Die Region funktioniert in vielen Bereichen längst gemeinsam, auch wenn auf den Ortsschildern noch verschiedene Gemeindenamen stehen.

Für die Grünen Baden ist klar: Fusionen dürfen nicht primär aus kurzfristigen finanziellen Überlegungen heraus entstehen. Wer nur fusioniert, weil die Kasse knapp wird, schafft noch keine gemeinsame Vision. Eine mögliche Fusion Baden–Wettingen müsste Teil einer langfristigen Idee für die ganze Region sein und nicht bloss ein finanzpolitisches Sanierungsprojekt. Deshalb ist es wichtig, Fusionen breiter zu denken. Neben Wettingen gehören auch Gemeinden wie Ennetbaden, Neuenhof und weitere Nachbarn zum eng verflochtenen urbanen Raum Baden. Nachhaltige Regionalentwicklung entsteht nicht durch hektisches Zusammenkleben von Gemeindewappen, sondern durch sorgfältige Planung und gemeinsame Ziele.

Ebenso wichtig sind demokratische und gesellschaftliche Fragen. Fusionen verändern politische Mehrheiten, lokale Identitäten und politische Kulturen. Gerade aufgrund der Grösse Wettingens müsste ein solcher Schritt gut vorbereitet werden, damit unterschiedliche Perspektiven angemessen berücksichtigt bleiben und demokratische Nähe nicht verloren geht.

Die Grünen Baden sehen in Fusionen Chancen, aber auch Risiken. Entscheidend ist deshalb eine offene, langfristige und breit abgestützte Diskussion darüber, wie sich die Region Baden gemeinsam weiterentwickeln soll – und nicht einfach darüber, wer künftig welches Logo auf den Briefkopf druckt.